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Angeln in Finnland

Lappland ist die letzte große Wildnis in Europa. Mit Äschen, Forellen und Renken, Lachs, Meerforellen, Hechten und Saibling gibt es dort einen Fischbestand, von dem Angler bei uns nur träumen. Eigentlich ist ganz Finnland ein Traumreiseland für Angler. Insider treibt es jedoch ganz weit in den Norden nach Inari und Utsjoki zu den fischreichen und letzten fast unberührten Fischgründen Europas.

Wir wollten unbedingt die Anreise mit der Fähre genießen und planten einen Tag mit Übernachtung in Helsinki ein, bevor wir dann morgens weiter nach Ivalo in Lappland flogen Nach kurzer Weiterfahrt und im Hotel Kultahovi in Inari angekommen, machten wir sofort unsere Angel klar. Unser Plan: Wir wollten mehrere Gewässer ausprobieren und hatten die Wahl zwischen vielen fischreichen Seen und Flüssen, die zum Teil nur zu Fuß mit einer Wanderung über mehrere Kilometer erreichbar sind

Gerade an unbekannten Gewässern lohnt es sich, einen Guide dabeizuhaben, der die richtigen Kniffe, Stellen und Köder kennt. Unser Guide in Inari, Tapani Lappalainen, fuhr uns mit seinem Boot Ukku über den See Inarijärvi und wir angelten beim Trolling inklusive Downriggersystem, bei dem 15 Angeln mit Kunstködern ausgeworfen werden. Auch später bei unserem Zwischenstopp auf der Insel Tissikivisaari erlebten wir den Fischreichtum und tolle Fänge beim Spinn- und Fliegenfischen die uns in der Heimat oft verwehrt bleiben. Wir fingengroße Hechte und was ebenfalls begeisterte, auch einige Schleien, die teilweise über  40 Zentimeter groß waren.

Uns war klar, dass in Lappland auch ideale Bedingungen für Fliegenfischer herrschen. Also versuchten wir unser Anglerglück auch hier. Praktisch war zudem, dass unser Guide am Beginn unserer Tour eine Fliegenfischervorführung zelebrierte. Heikki Nikula, zugleich Inhaber des Hotels Kultahovi in Inari, zeigte uns dann auch eindrucksvoll, wie man in einer halben Stunde vier stattliche Forellen aus dem Fluss Juutua erbeutet. Wir erlebten auch hier herrliche Angeltage, bis wir uns auf die nächste Etappe unserer Reise zur Lachsangelei an den berühmten Teno-River begaben, der zu den besten und renommiertesten Lachsgewässern in Skandinavien zählt. Für uns war es der Höhepunkt der Reise, weil dieser Fluss für Angler anspruchsvoll ist und mit seinem Fischreichtum begeistert.

Empfehlenswert für eine Angeltour nach Lappland ist eine Reisedauer von mindestens 10 bis 14 Tagen. Für das Angeln sollte man seine eigene Rute und Ausrüstung mitbringen, sich aber nur auf das Material beschränken, das man wirklich braucht. Die fängigen Fliegen und Köder gibt es dann vor Ort im Laden oder beim Guide. An einigen Gewässern ist es wichtig, dass man sich vorher über die Regeln für das jeweilige Gewässer informiert und das Permit vorab bucht. Einige Gewässer sind nur für Fliegenfischer zugelassen.

Text: Ulrich Krumstroh / Fotos: Gerd Krauskopf 

Grundsätzliches zum Angeln

Angler in Finnland zahlen im Alter von 18 bis 64 Jahren eine staatliche Fischereiabgabe und benötigen eine regionale Angelgenehmigung. Kinder und Jugendliche können gebührenfrei angeln. Zu den Jedermannsrechten in Finnland gehört das „Stippruten- und Eisangeln“, d.h., dass jedermann ohne Fischereiabgabe und Genehmigung Stippruten- und Eisangeln darf. Die staatliche Fischereiabgabe beträgt in Finnland 22 Euro für ein Jahr oder 7 Euro für eine Woche. Die regionale Angelgenehmigung kostet 29 Euro pro Jahr oder 7 Euro für eine Woche. Die Gebühren können Sie auch bequem online bezahlen.

Mehr über das Angelscheinsystem in Finnland finden Sie unter: http://www.ahven.net/deutsch

Tipp:
Was man unbedingt einplanen sollte, ist das „Nachtangeln“, denn es bereitet in Lappland einen ganz besonderen Reiz, den Fischen auch nachts nachzustellen. Übernachten Sie z. B. in Inari im Kultahovi Hotel oder im Feriendorf Poronpurijat in Utsjoki, wo Sie sich auch ein Boot ausleihen können. 

Fahrplan: Fähre Travemünde–Helsinki

Die komfortablen Fähren der STAR-Klasse Finnmaid, Finnstar und Finnlady bringen Sie ganzjährig in nur 29 Stunden von Travemünde nach Helsinki.