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Weihnachten in Finnland

Weihnachten in Finnland

Weihnachten in Finnland hat einen ganz besonderen Reiz. Warme Lichter und glitzernder Schnee schaffen eine gemütliche, fast magische Atmosphäre. Neben dem großen Weihnachtsessen und der Tanne mit jeder Menge Lametta gehört in Finnland natürlich auch der traditionelle Saunabesuch zum Weihnachtsprogramm.

Wie feiert man Weihnachten in Finnland?


Die Weihnachtszeit wird in Finnland schon im November eingeläutet, wenn viele Betriebe ihre Weihnachtsfeiern veranstalten. Diese Weihnachtsfeiern werden liebevoll „Pikkujoulu“ genannt, was übersetzt „Kleine Weihnachten“ bedeutet. Das Feiern der „Pikkujoulu“ ist in Finnland schon seit 1920 Brauch. Offiziell beginnt die Weihnachtszeit am ersten Adventssonntag und der Dezember (Joulukuu) ist auch in Finnland der klassische Weihnachtsmonat. Am 6. Dezember wird neben dem Nikolaustag auch der finnische Unabhängigkeitstag (Itsenäisyyspäivä) gefeiert. Es ist ein offizieller Flaggentag in Finnland und man gedenkt all den Männern und Frauen, die 1917 im Kampf für Finnlands Unabhängigkeit ihr Leben ließen.

Wintersauna Finnalnd
In Finnland geht man auch an Weihnachten in die Sauna.


Das Luciafest am 13. Dezember wird vor allem in den schwedischsprachigen Gebieten Finnlands gefeiert. In Helsinki gibt es allerdings auch eine große öffentliche Lucia-Feier. Jedes Jahr wird die Lucia neu gewählt und im weißen Dom von Helsinki mit dem Lichterkranz gekrönt. Danach folgt eine Parade und Mädchen mit Lichterkränzen, Weihnachtsmänner und Elfen ziehen durch die Stadt.

Der wichtigste Weihnachtstag in Finnland ist aber, wie auch in Deutschland, der Heiligabend (Jouluaatto). Das Weihnachtsfest beginnt an diesem Tag um 12 Uhr mit der Verkündung des Weihnachtsfriedens in Turku, die traditionell im Fernsehen übertragen wird. Abends trifft sich die ganze Familie zum traditionellen Weihnachtsessen und der Weihnachtsmann (Joulupukki) bringt die Geschenke. Vorher steht allerdings der obligatorische Saunagang an, denn auch an Heiligabend wird darauf nicht verzichtet. Den ersten Weihnachtstag verbringt man im Kreis der Familie. Viele gehen auch in die Kirche und genießen danach das üppige Weihnachtsessen. Am zweiten Weihnachtstag ist es in ländlichen Gegenden noch üblich, eine Schlittenfahrt im Pferdegespann zu unternehmen, eine alte Tradition in Finnland. Die Weihnachtszeit endet offiziell am 6. Januar.

Weihnachtsgenuss auf Finnisch


Am Heiligenabend gibt es in den meisten Familien vormittags einen Reisbrei (Riisipuuro), in dem eine Mandel versteckt ist. Der Weihnachtsbrauch besagt, wer die Mandel in seinem Weihnachtsbrei findet, dem wird für das nächste Jahr besonders viel Glück versprochen. Kinder bekommen in manchen Familien ein kleines Geschenk, wenn die Mandel in ihrem Brei ist. Das typisch traditionelle, finnische Weihnachtsessen besteht aus Weihnachtsschinken (Joulukinkku) und mehreren verschiedenen Aufläufen, z.B. Kartoffel- und Steckrübenauflauf. Der Weihnachtsschinken wird bei mäßigen Temperaturen über Nacht im Ofen gegart, bis er knusprig braun ist. Dazu wird meist ein Rosolli-Salat aus Wurzelgemüse wie Rote Beete, Kartoffeln, Möhren sowie Äpfeln und klein geschnittenen Salzgurken serviert. Zu den süßen Leckereien zählen Pfefferkuchen (Piparkakut) und Weihnachtssterne (Joulutorttu), sternförmige Blätterteigtörtchen mit Pflaumenmus. Getrunken wird Glögi, der Weihnachtspunsch, entweder mit oder ohne Alkohol, aber mit viel Johannisbeersaft, Rosinen und Mandeln.

3 Tage Weihnachtsfrieden


Eine alte finnische Tradition ist der Weihnachtsfrieden, der jedes Jahr am 24. Dezember um 12 Uhr in der früheren Hauptstadt Turku ausgerufen und im Fernsehen übertragen wird. Viele Menschen stehen dann auf dem Alten Großmarkt und lauschen dem Aufruf des Direktors der Stadtverwaltung vom Balkon des Brinkkale-Hauses zu Frieden und Sinnlichkeit. Verlesen wird eine aus dem Mittelalter stammende Ermahnungs- und Grußbotschaft. Im Anschluss werden die finnische Nationalhymne und der Porimarsch gespielt. Danach schließen alle Geschäfte und der öffentliche Verkehrstellt seinen Fahrbetrieb ein. Für viele Finnen ist diese Zeremonie von großer Bedeutung und sie nehmen den drei Tage andauernden Weihnachtsfrieden sehr ernst.

Turku im Winter
Turku im Winter

Wer bringt in Finnland die Geschenke?

Joulupukki ist der finnische Name des Weihnachtsmanns, und bedeutet wörtlich „Weihnachtsbock“. Dies deutet auf die mythische Gestalt des Julbockes und stammt aus einer Zeit, in der es üblich war, sich nach dem Weihnachtsessen mit Ziegenhäuten zu verkleiden. Heute ist der Joulupukki aber der Weihnachtsmann, den wir kennen. Allerdings kriecht er nicht durch den Kamin ins Haus, sondern klopft am Heiligenabend an die Haustür. Wenn er eintritt, sind seine ersten Worte jeweils: „Onkos täällä kilttejä lapsia?“ („Gibt es hier artige Kinder?“). Eines der Rentiere, mit denen der Joulupukki zu den Häusern reist, heißt Petteri Punakuono und war das Vorbild für Rudolph the Red-Nosed Reindeer. Der Joulupukki hat angeblich sogar eine Frau namens Joulumuori, die feinen Weihnachtsporridge zubereiten kann.

Rovaniemi, die Heimatstadt des Weihnachtsmanns


Die ursprüngliche Heimat des Weihnachtsmanns liegt im geheimnisvollen Korvatunturi („Ohrenberg“) in Finnisch-Lappland. Da der genaue Ort natürlich geheim bleibt, ist Rovaniemi seit 2010 die offizielle Heimatstadt des Weihnachtsmanns. Den berühmteste Einwohner der Stadt kann man an jedem Tag des Jahres im Dorf des Weihnachtsmanns direkt am Nördlichen Polarkreis besuchen. Das Weihnachtsmanndorf ist eine der berühmtesten Attraktionen Lapplands. Hier finden Besucher nicht nur weihnachtliche Geschäfte, Restaurants und Cafés, sondern können auch eine Rentierfarm besuchen, mit dem Rentierschlitten fahren oder in Iglu-Hotels übernachten.

Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi
Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi
Finnlines Kabine

Minikreuzfahrt ins weihnachtliche Helsinki

Die Reise mit dem Schiff ist ein einzigartiges Erlebnis: Die Fährschiffe von Finnlines verkehren täglich zwischen Lübeck-Travemünde und Helsinki und verfügen über die höchste Eisklasse für Passagierschiffe. Im tiefsten Winter brechen sie mühelos durch die Eisdecke des Finnischen Meerbusens, während draußen die verschneiten Schäreninseln vorbeiziehen.

Passagiere können das faszinierende Schauspiel aus ihren gemütlichen Kabinen heraus beobachten oder sich dick eingepackt in den eisigen Wind an Deck wagen. In Helsinki haben sie dann mehrere Stunden Zeit, um über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, die winterliche Stimmung zu genießen oder Weihnachtsgeschenke zu suchen, bevor es mit dem Schiff zurück in die Hansestadt geht.