Skip to content

Winterurlaub in Finnland

Der Winter in Finnland hat viel mehr zu bieten als Dunkelheit und Kälte: Im finnischen Winter warten traumhafte Schneelandschaften, tanzende Polarlichter und aufregende Schlittentouren durch ein echtes Winterwunderland. Wir verraten dir, warum du den Winterurlaub in Finnland lieben wirst und geben jede Menge Tipps für deine Reise.

Winterurlaub in Finnland

Wenn sich in Finnland Eis über alle Gewässer zieht und die weiten Wälder vom Schnee verhüllt sind, legt sich eine fast magische Stimmung über das Land. Der Winter drosselt das Tempo und eine erholsame Ruhe kehrt ein. In Finnland liegen Abenteuer und Erholung, die ursprüngliche Natur und die Annehmlichkeiten der Moderne ganz nah beieinander. Nach langen Wanderungen durch die winterliche Natur kann man sich am Kaminfeuer im Ferienhaus, in den typisch finnischen Saunas oder in gemütlichen Cafés wieder aufwärmen.

Fähre nach Finnland im Winter

Mit der Fähre in den finnischen Winter

Die Finnlines-Fähren bringen dich täglich von Lübeck nach Helsinki. An Bord erwarten dich großzügige Kabinen, eine finnische Sauna und skandinavisches Buffet. Dein Auto, Winterausrüstung und Gepäck reisen natürlich mit.

Schon die Anreise ist ein einzigartiges Erlebnis: Die Fährschiffe von Finnlines verfügen über die höchste Eisklasse für Passagierschiffe. Im tiefsten Winter brechen sie mühelos durch die Eisdecke des Finnischen Meerbusens, während draußen die verschneiten Schäreninseln vorbeiziehen.

Während in Deutschland schon bei leichtem Schneefall Chaos ausbricht, bleiben die Finnen auch im Schneesturm gelassen. Autofahrer können hier auf griffigem Schnee bis in den hohen Norden durch die unberührte Landschaft gleiten und einfach das Winterwunderland um sie herum genießen. Um den echten finnischen Winter zu erreichen, ist nicht einmal eine lange Fahrt nötig. Wer mit der Fähre in Helsinki ankommt, erreicht von dort aus in wenigen Stunden Fahrt schneesichere Regionen wie Tampere, Jyväskylä oder Lahti. Auch die Fahrt bis in den Norden ist dank der guten Straßenverhältnisse in der Regel ohne Spikes möglich. Wer nicht selbst fahren möchte, nimmt einfach den Autoreisezug in den Norden.

Egal ob es dich an die eisige Küste zieht, du den arktischen Norden entdecken oder die typisch finnische Saunakultur erleben möchtest: Finnland hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Wir stellen dir drei beliebte finnische Regionen mit ihren Highlights und Geheimtipps vor, damit du deinen perfekten Winterurlaub planen kannst.

Sauna-Hauptstadt Tampere im Winter
In Finnland lernt man den Winter zu lieben.

Wellness, Natur und Stadtleben

Gefrorene Seen, die zum Schlittschuhlauf oder Eisfischen einladen, oder tief verschneite Wälder, deren Einsamkeit man bei herrlichen Schneeschuhwanderungen oder Langläufen genießen kann: Der Winter zeigt sich im finnischen Seengebiet von seiner schönsten Seite. Perfekter Ausgangspunkt, um die verschneite Natur mit gemütlichem, winterlichen Stadtleben zu verbinden, ist die südfinnische Stadt Tampere.

Tampere ist etwa anderthalb Stunden Autofahrt von Helsinki entfernt und liegt malerisch auf einer schmalen Landenge zwischen zwei Seen im finnischen Seengebiet. Von hier aus kann man schier endlose Schlittschuhtouren starten, Schneeschuhwanderungen in den umgebenden Nationalparks machen und sich danach bei einem Glögi auf dem Weihnachtsmarkt oder in einer der über 50 öffentlichen Saunas wieder aufwärmen.

Winterwandern in Tampere
Der Helvetinjärvi-Nationalpark begeistert Wanderer mit seinen dichten Wäldern und zerklüftetetn Felslandschaften.

Neben den unzähligen Saunas verspricht auch das Stadtzentrum spannende kulturelle Erlebnisse und winterliche Gemütlichkeit: Die Flüsse und Seen sind von alten Industriegebäuden aus rotem Backstein umgeben, die heute als Restaurants, Cafés, Museen und Geschäfte dienen. Für einen Panoramablick über die gesamte Stadt und die umgebenden Nationalparks sollte man einen Besuch Pyynikki-Park einplanen. Der Aussichtsturm des Parks befindet sich auf dem höchsten Schotterrücken der Welt und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Seen und Wälder. Die berühmten Pyynikki-Krapfen im Turm-Café schmecken nach einem Spaziergang in der frischen Winterluft besonders gut.

Besonders beliebt ist auch die historische Kauppahalli (Markthalle): Die kleinen Marktstände bieten in einem gemütlichen, rustikalen Ambiente zahlreiche regionale Spezialitäten.  Ein hervorragender Ort, um finnische Köstlichkeiten zu probieren und mit freundlichen Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

Markthalle in Tampere
Die Markthalle von Tampere ist die größte in ganz Skandinavien.

Eisige See und charmante Küstenstädte

Wer anstelle verschneiter Wälder und weiter Seenlandschaft lieber die raue winterliche Küste erleben möchte, fährt von Helsinki aus rund 1,5 Stunden nach Turku: Die älteste Stadt Finnlands ist das Tor zum finnischen Schärengarten mit Zehntausenden einsamen Inseln im gefrorenen Meer. Hier kann man sich die frostige Luft um die Nase wehen lassen und die Aussicht über das eisige, aufgewühlte Meer genießen. Ein gemütliches Holzfeuer, dicke Pullover und warme Korvapuusti (die typisch finnischen Zimtschnecken) wärmen danach schnell wieder auf.

Turku im Winter
Dick eingepackt kann man Turku auch im Winter bei einem Spaziergang entlang des Aura-Flusses erkunden.

Turku ist auch das kulturelle Zentrum im Südwesten Finnlands. Die historische Burg Turku aus dem 13. Jahrhundert thront über der Mündung des Flusses Aura und zahlreiche interessante Museen warten hier auf Erkundung. Das Aboa Vetus Ars Nova zeigt ein unterirdisches Stadtviertel, das bei archäologischen Ausgrabungen entdeckt wurde. Das Freilichtmuseum Luostarinmäki nimmt Besucher mit auf eine Zeitreise in das Leben der einfachen Leute aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Der Winter taucht die ganze Küste in ein weißes Kleid und macht das Schärenmeer zu einem echten Winterparadies. Wenn das Eis dick genug ist, eignen sich die Wasserstraßen zwischen den Inseln perfekt für Langstreckeneislaufen – und natürlich auch für den finnischen Nationalsport, das Eisbaden! Auch das Eisfischen gehört hier zur Kultur und es fällt unter das Jedermannsrecht – das heißt, man benötigt für das Eisfischen weder eine Lizenz noch eine Erlaubnis.

Schäreninseln im Winter
Die typisch roten Holzhäuschen im eisigen Meer bieten im Winter eine faszinierende Kulisse.

Magischer Winter im hohen Norden

Der Norden Finnlands ist eine Region voller Magie und Kontraste. In der unendlichen Weite Lapplands erlebt man die Extreme und Wunder der finnischen Natur: tanzende Polarlichter, atemberaubende Fjälls und tief verschneite Wälder. Die nordfinnische Region Ruka-Kuusamo liegt mitten in der sogenannten “Aurora-Zone” – zwischen dem 66 und 69 Breitengrad sind die Bedingungen für Polarlichter besonders gut.

Und auch wenn man es kaum glauben kann, die Region ist als Polarlicht-Ziel trotzdem noch relativ unentdeckt im Vergleich zu anderen nordischen Ländern. Das bedeutet, dass Reisende keine Massen an Touristen fürchten müssen und in aller Ruhe ihre ganz persönlichen Polarlicht-Erlebnisse in der arktischen Wildnis machen können. 

Ruka-Kuusamo hat zahlreiche besondere Polarlicht-Unterkünfte wie Glas-Iglus, Baumhäuser oder gemütliche Cottages zu bieten.

Die Nächte in Ruka-Kuusamo sind oft frostig und klar. Neben ein paar Dörfern und kleinen Städten gibt es in Lappland vor allem viel Wildnis, freie Flächen und weitläufige Nationalparks. Abends kommen die Nordlichter hier perfekt zur Geltung und tagsüber kann man die verschneiten Fjälls erkunden. Neben Langlaufski oder Schneeschuhwanderungen können Reisende in der Region auch ganz besondere Erlebnisse wie eine Fahrt mit dem Husky- oder Rentierschlitten buchen. In dicke Felle eingepackt gleitet man mühelos durch die ruhige Schneelandschaft und kann sich danach am offenen Feuer und heißen Getränken wieder aufwärmen.

Auch das typisch finnische Saunaerlebnis darf im hohen Norden nicht fehlen. Besonders authentisch ist die Seesauna im Iisakki-Dorf. Hier findet man nicht nur eine traditionelle Holzsauna, sondern auch einen traumhaften Outdoor-Jacuzzi mit Blick auf die eisige Wildnis. Unerschrockene können von dort aus auch direkt ins Eisloch hüpfen.

Huskyschlitten in Lappland
Mit dem Huskyschlitten kann man wunderbar die verschneite Wildnis erkunden.
Wie kalt ist es in Finnland im Winter?

Das Klima in Finnland ist im Westen und Südwesten durch die Lage an der Ostsee maritim und im Osten und Norden kontinental geprägt. Auch wenn es im Norden und Osten deutlich kälter ist als in den Küstenregionen, liegen die Tageshöchsttemperaturen im Winter meist im gesamten Land unter dem Gefrierpunkt. Die Tiefsttemperaturen können im hohen Norden sogar auf unter −40 °C fallen. Selbst in Helsinki, im Süden Finnlands, sind Tiefstwerte um −25 °C nicht ungewöhnlich. Die tiefste Temperatur wurde 1999 im lappländischen Ort Kittilä gemessen und betrug −51,5 °C.

Wie lange liegt in Finnland Schnee?

Selbst in milden Wintern liegt in Mittel- und Nordfinnland von November bis April eine geschlossene Schneedecke. Der erste Schnee fällt im Norden Finnlands in der Regel schon im Oktober, im Süden Finnlands oft erst im Dezember. Während die Küstenregionen und die Südteile des Landes in der ersten Aprilhälfte wieder weitestgehend schneefrei sind, erreicht die Schneedecke im Norden und Osten dann erst ihre größte Stärke. Wintersport ist hier sogar bis Anfang Mai möglich. In den Alpen müssten Reisende für so eine Schneegarantie schon in ziemliche Höhenlagen fahren! Ein zusätzlicher Vorteil von Finnland: Hier gibt es keinen Massentourismus und selbst auf den Skipisten ist deutlich weniger los als in Mitteleuropa.

Wann kann man die Polarlichter sehen?

Der Norden Finnlands liegt mitten in der sogenannten “Aurora-Zone” – zwischen dem 66 und 69 Breitengrad sind die Bedingungen für Polarlichter besonders günstig. Von September bis März stehen die Chancen gut, das grün-violette Farbenspiel zu erleben. Viele Hotels bieten traumhafte Panorama-Unterkünfte für Polarlicht-Jäger, beispielsweise die Aurora View Suites im Hotel Iso Syöte in der Region Oulu. Auch etwas weiter südlich, in der Region Jyväskylä, bietet das Nordlichter Resort Revontuli Glasiglus mit Seeblick. In klaren Winternächten stehen die Chancen auf Polarlichter hier am besten. 

Warum sind die Finnen trotz des langen Winters so glücklich?

Trotz (oder gerade wegen) des langen Winters, gelten die Finnen laut dem Weltglücksreport der UN seit fünf Jahren in Folge als glücklichstes Volk der Welt. Wer wissen möchte, was die Finnen im Winter eigentlich so treiben, kann einfach das Wort „avantouinti“ googlen. Auf Deutsch bedeutet es „Baden im Eisloch“. Und obwohl das für wohl viele eher nach Mutprobe als nach purem Glück klingt, ist es ein wichtiger Bestandteil der finnischen Wellnesskultur. Jeder der es einmal gewagt hat, weiß: Wenn der Kreislauf nach dem Bad im eiskalten Wasser auf Hochtouren läuft, erlebt man tatsächlich ein unbeschreibliches Hochgefühl.

Vor dem beherzten Sprung ins Eis steht in Finnland natürlich der entspannte Saunagang. Die Sauna ist fest im finnischen Alltag verankert: Es gibt hier sogar mehr Saunas als Autos! Wer sich noch nicht alleine an die finnische Sauna- und Eisloch-Kultur herantraut, kann auch eine geführte Tour buchen – beispielsweise in Tampere, der Saunahauptstadt Finnlands.

Wie dunkel ist es in Finnland im Winter?

Ende November beginnt in Nordfinnland die Polarnacht, die bis Ende Januar andauert. Die Sonne geht dann beispielsweise in Utsjoki ganze 51 Tage lang nicht mehr auf. Trotz der Dunkelheit ist es aber nie komplett finster, denn der glitzernd weiße Schnee reflektiert das Mondlicht und taucht alles in einen silbernen Schimmer. Im Süden Finnlands hat man selbst im tiefsten Winter bis zu fünf Stunden Sonnenlicht am Tag.